Der Product Owner und seine Funktion in Scrum

Die Funktion des Product Owners in Scrum ist charakteristisch für einen Kerngedanken agilen Projektmanagements: innovative Produkte zu entwickeln, die die aktuellen Markterfordernisse und Verbraucher- bzw. Anwenderbedürfnisse tatsächlich erfüllen. Damit vertritt der Product Owner die Interessen der Stakeholder. Dabei kommt ihm eine Reihe von Verantwortlichkeiten zu, die in Summe den wirtschaftlichen Erfolg des zu entwickelnden Produkts sicherstellen sollen. So ist er vor allem dafür verantwortlich, dass vom Entwicklungsteam sozusagen die richtigen Produkteigenschaften bzw. -funktionalitäten realisiert werden.

Der Product Owner als Bindeglied zum Markt

Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit des Product Owners sind exakte Marktkenntnisse. Nur so können die in den einzelnen Sprints umzusetzenden Inkremente (sprich: die schrittweise Verbesserung des Produkts durch neue Funktionalitäten) von ihm überhaupt genau festgelegt, priorisiert und gegenüber dem Entwicklungsteam verständlich gemacht werden. Darüber hinaus ist durch seine Nähe zum Markt und zu den Stakeholdern gewährleistet, dass agile Scrum-Projekte schnell und flexibel auf wichtige externe Faktoren wie geänderte Anwenderwünsche oder neue Marktgegebenheiten reagieren können. Auch dies ist wesentlich für das agile Projektmanagement.

Die gewünschten bzw. notwendigen Produkteigenschaften werden vom Product Owner in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsteam in Form von „User Storys“ im Product Backlog „festgeschrieben“. Diese User Storys bringen die einzelnen Anforderungen an das Produkt jeweils in wenigen Sätzen auf den Punkt, woraus sich dann die konkreten Aufgaben ergeben. Idealerweise sind an der Diskussion und Festlegung der Produktanforderungen auch entsprechend qualifizierte Stakeholder beteiligt. Dadurch ist eine noch exaktere Marktsicht auf das spätere Produkt möglich.

Aktualisierung, Weiterentwicklung und Verfeinerung

Per Product Backlog Refinement erfolgt unter Federführung des Product Owners die ständige Aktualisierung, Weiterentwicklung und Verfeinerung des Product Backlogs. Dies ist insofern von zentraler Bedeutung, als es in Scrum – anders als im klassischen Projektmanagement – zu Anfang keinen endgültigen und bis ins letzte Detail ausgearbeiteten Projektplan gibt. Stattdessen wird hier adaptiv geplant. Der Plan nimmt also erst nach und nach Gestalt an und kann im Projektverlauf immer wieder modifiziert und an äußere Faktoren angepasst werden.

Nach Ende eines Sprints urteilt der Product Owner dann, ob die vom Entwicklungsteam aus dem Product Backlog ausgewählte Aufgabe zu 100 Prozent im Sinne der späteren Anwender realisiert wurde. Als Bemessungsgrundlage dient dabei die sogenannte Definition of Done: klar definierte Fertigstellungskriterien, anhand derer entschieden werden kann, ob die zu erledigende Aufgabe de facto erledigt wurde. Ist dies nicht gegeben, so obliegt es dem Product Owner, die „Auslieferung“ des betreffenden Inkrements zu untersagen. Er hat hier also ein Veto-Recht und kann ggf. Nachbesserungen einfordern.

Der Product Owner als Pate des Projekterfolgs

Im Rahmen seiner Managementfunktion in Scrum entscheidet der Product Owner also über die komplette Ausgestaltung des Produkts mitsamt all seiner auf die Anwenderbedürfnisse abgepassten Eigenschaften. Auch kann er die Reihenfolge ihrer Implementierung festlegen. In diesem Fall kann das Entwicklungsteam also nicht frei aus dem Product Backlog auswählen, welche Anforderung bzw. Aufgabe im jeweils nächsten Sprint abgearbeitet wird. Auf diese Weise koordiniert der Product Owner Produkteigenschaften, Auslieferungszeitpunkte und Entwicklungskosten und ist somit gewissermaßen der „Pate des Projekterfolgs“, indem er für die richtige Weichenstellung verantwortlich ist.

Allerdings ist er kein Projektmanager im klassischen Sinne und darf während der einzelnen Sprints nicht in den Entwicklungsprozess eingreifen – dies würde dem Grundverständnis von Scrum zuwiderlaufen.

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